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WG-Kasse: Einkäufe fair teilen

Bargeldkasse, Gemeinschaftskonto oder App? So teilt ihr Einkäufe in der WG und gleicht mit wenigen Überweisungen aus.

Klopapier, Spülmittel, Putzzeug, mal ein Wasserkocher: In jeder WG gibt es Dinge, die alle benutzen und einer kauft. Ohne System zahlt am Ende immer dieselbe Person drauf. Drei Modelle haben sich bewährt.

1. Die Bargeldkasse

Jeder zahlt monatlich einen festen Betrag in eine Dose, und wer einkauft, nimmt das Geld daraus. Das ist einfach und übersichtlich, solange alle Kassenbons hineinlegen. Nachteile: Bargeld hat kaum noch jemand, und wenn die Kasse leer ist, streckt doch wieder einer vor.

2. Das Gemeinschaftskonto

Ein eigenes Konto oder Unterkonto, auf das alle per Dauerauftrag einzahlen, mit Karte für den Einkauf. Das ist sauber und nachvollziehbar, aber jemand muss das Konto eröffnen und haftet dafür. Bei häufigem Wechsel in der WG wird das schnell lästig.

3. Eintragen und ausgleichen

Wer etwas für alle kauft, zahlt selbst und trägt den Betrag ein, in einer Liste oder einer App. Ab und zu wird ausgeglichen. Das ist das flexibelste Modell, weil niemand vorher Geld einzahlen muss, und es funktioniert auch, wenn nicht alle an allem beteiligt sind, etwa beim gemeinsamen Abendessen mit nur zwei Leuten.

Ausgleichen mit wenigen Überweisungen

Rechnet für jeden aus: Was hat er für andere bezahlt, und was wurde für ihn bezahlt? Die Differenz ist sein Saldo. Dann gleichen die mit negativem Saldo bei denen mit positivem aus, beginnend mit den größten Beträgen. So reichen bei vier Leuten meist zwei oder drei Überweisungen statt einem Durcheinander von Einzelbeträgen.

Beispiel: Anna hat 60 € ausgelegt, Ben 30 €, Clara und David nichts, und alles war für alle vier. Jeder Anteil ist 22,50 €. Anna hat +37,50 €, Ben +7,50 €, Clara und David je −22,50 €. Clara überweist Anna 22,50 €, David überweist Anna 15 € und Ben 7,50 €. Fertig.

Getrennt von der Miete

Haltet die Einkäufe von der Miete getrennt. Mietrückstände und „ich hab doch letzte Woche Kaffee gekauft“ gegeneinander aufzurechnen, macht beide Abrechnungen unübersichtlich. Für die Miete lohnt sich eine eigene Übersicht, siehe Miete in der WG fair aufteilen.

Ein paar Regeln, die Streit sparen

  • Legt fest, was als Gemeinschaftseinkauf zählt, z. B. Putzmittel ja, Lebensmittel nein.
  • Tragt Einkäufe zeitnah ein, nicht erst am Monatsende aus dem Gedächtnis.
  • Gleicht regelmäßig aus, etwa einmal im Monat oder beim Auszug von jemandem.

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung. Im Einzelfall zählen euer Mietvertrag und die aktuelle Rechtslage.